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TuS Mechtersheim 1914
Altes Gasthaus in einem pfälzischen Dorf mit geschlossenen Fensterläden
Ein Dorfgasthaus, wie der Gründungsort von 1914.

Fan-Seite · TuS Mechtersheim 1914

Die Chronik des TuS Mechtersheim 1914: als Viktoria gegründet – die Geschichte

Im März 1914 trafen sich im Gasthaus zum Stern in Mechtersheim einige Männer und gründeten einen Sportverein. Sie nannten ihn Viktoria. Fünf Monate später war der Verein bereits Geschichte, jedenfalls vorläufig: am 1. August 1914 begann die Mobilmachung, und die Vereinsaktivitäten wurden unterbrochen.

Die Chronik des TuS Mechtersheim beginnt damit mit einem Abbruch, und sie enthält noch einen zweiten. Wer die Geschichte des TuS Mechtersheim in Jahreszahlen liest, sieht einen Verein, der zweimal neu gegründet werden musste und beide Male denselben Ort behielt. Die Gründung des TuS Mechtersheim fällt in das Jahr, in dem der Erste Weltkrieg begann, und das prägt die ersten fünf Jahre der Vereinsgeschichte vollständig.

1914 bis 1919: gegründet als Viktoria, unterbrochen vom Krieg

Der Name Viktoria war 1914 eine gängige Wahl für neue Sportvereine, und er hielt im Fall Mechtersheim nur wenige Monate. Fußball war in den Dörfern der Pfalz damals eine junge Angelegenheit. Die großen Vereine der Region waren erst um die Jahrhundertwende entstanden, und in den Ortschaften zwischen Speyer und Germersheim bildeten sich Mannschaften oft dort, wo genug junge Männer und ein verfügbares Wiesenstück zusammenkamen. Das Gasthaus als Gründungsort war die Regel, nicht die Ausnahme: Vereine brauchten einen Raum für Versammlungen, und Vereinsheime gab es noch nicht.

Der Kriegsbeginn traf diese Gründungswelle mitten hinein. Mit der Mobilmachung am 1. August 1914 verloren die Vereine ihre Spieler an die Einheiten, und der organisierte Spielbetrieb hörte in weiten Teilen des Reiches auf zu existieren. Nach dem Kriegsende dauerte es ein weiteres Jahr, bis in Mechtersheim wieder gespielt wurde. Am 14. November 1919 erfolgte die Wiedergründung, diesmal unter dem Namen Sportverein Mechtersheim.

Wer heute fragt, wann wurde der TuS Mechtersheim gegründet, bekommt deshalb zwei richtige Antworten. Das Gründungsjahr im Vereinsnamen ist 1914. Der durchgehende Spielbetrieb beginnt 1919. Vereine führen in solchen Fällen fast immer das erste Datum weiter, und die Chronik des TuS Mechtersheim 1914 macht es genauso.

Eine Fußnote zum Gründungsort, die sich über fast ein Jahrhundert zieht: In der dokumentierten Werbepartnerliste der Saison 2009/10 steht die Gaststätte Zum Stern. Das Lokal, in dem die Gründung des TuS Mechtersheim stattfand, gehörte damit rund 95 Jahre später noch zum Kreis der Unterstützer des Vereins.

Die 1920er: eigene Plätze und die ersten Titel

Ein Verein ohne Platz ist ein Verein auf geliehenem Boden, und genau das war die erste Aufgabe nach der Wiedergründung. Im März 1920 pachtete der Verein die Lingenfelder Wiesen als Sportgelände. Gepachtete Wiesen waren eine Übergangslösung: sie wurden landwirtschaftlich genutzt, mussten geteilt werden und waren nach Regen oft unbespielbar.

Vier Jahre später entstand ein eigenes Spielfeld in den Kieslöchern, fertiggestellt im März 1924. Der Name verweist auf die Kiesgruben der Rheinniederung, in der Mechtersheim liegt, und er sagt einiges über den Aufwand: ein Spielfeld auf ehemaligem Grubengelände herzurichten war Handarbeit einer Dorfmannschaft, nicht die Leistung eines Bauunternehmens. Der Weg von diesem Platz zur heutigen Anlage ist auf der Seite zum Sportplatz nachgezeichnet.

Zwischen diesen beiden Daten liegt der erste sportliche Erfolg. 1923 wurde die Mannschaft Kreismeister des Kreises Speyer, 1925 gelang das ein zweites Mal. Der Kreis Speyer war damals wie heute die unterste Organisationsebene des Verbandsfußballs, und zwei Kreismeisterschaften innerhalb von drei Jahren zeigen, dass die Mannschaft in ihrer Umgebung schnell konkurrenzfähig geworden war.

1930: Leichtathletik, drei Meistertitel und ein neuer Name

1930 ist das dichteste Jahr der frühen Chronik. Die erste Mannschaft und beide Jugendmannschaften wurden Meister in ihren Klassen. Im selben Jahr entstand eine Leichtathletikabteilung, und mit ihr änderte sich der Vereinsname: aus dem Sportverein wurde der Turn- und Sportverein 1914 e.V. Mechtersheim.

Der Namenszusatz war keine Kosmetik. Turnen und Fußball waren in Deutschland lange getrennte, teils verfeindete Bewegungen: die Turnvereine sahen im Fußball ein englisches Spiel, die Fußballvereine im Turnen eine Vorkriegsangelegenheit. Wo beide unter ein Dach kamen, war das eine organisatorische Entscheidung mit Folgen. Ein Turn- und Sportverein hat mehrere Abteilungen, mehrere Übungszeiten und mehrere Zielgruppen, und die Erweiterung von 1930 ist der Ursprung dessen, was heute als Abteilung Breiten- und Freizeitsport geführt wird.

1931 wurde das Vereinsheim fertiggestellt. Damit hatte der Verein innerhalb von elf Jahren nach der Wiedergründung beides beisammen, was einen Dorfverein trägt: einen eigenen Platz und ein eigenes Dach.

1946 bis 1950: Wiedergründung als ASV und die Rückkehr zum Namen

Der zweite Abbruch endete am 15. Februar 1946 mit einer Wiedergründung, und wieder unter einem anderen Namen: ASV Mechtersheim. Der Namenswechsel hat einen nüchternen Hintergrund. Nach 1945 waren die deutschen Vereine aufgelöst, und eine Neuzulassung durch die Besatzungsverwaltung war Voraussetzung für jeden Spielbetrieb. Viele Vereine traten dabei unter neuen Bezeichnungen an, häufig als Allgemeiner Sportverein, weil die Zulassung eines allgemeinen Sportvereins einfacher zu erreichen war als die Fortführung eines Vorkriegsnamens. Das Muster findet sich in ganz Südwestdeutschland, und Mechtersheim folgt ihm genau.

Am 21. Oktober desselben Jahres wurde eine Damen-Handball-Mannschaft gegründet. 1946, gut acht Monate nach der Wiederzulassung des Vereins, ist das ein früher Zeitpunkt für Frauensport in einem pfälzischen Dorf, und es passt zu der Breite, die der Verein sich 1930 mit dem Namenszusatz gegeben hatte.

Am 11. März 1950 kehrte der Verein zum alten Namen zurück. Turn- und Sportverein 1914 e.V. Mechtersheim, seitdem unverändert.

1960 bis 1986: Pokalsieg, Rasenplatz und die Klassenmeisterschaften

1960 gewann der Verein den Kreispokal. Zwei Jahre darauf wurde ein Rasenplatz neu gebaut. Für einen Dorfverein war das in den sechziger Jahren ein größerer Schritt als es klingt: gespielt wurde bis dahin meist auf Hartplätzen oder auf gewachsenem Boden, und ein gepflegter Rasen bedeutete laufende Arbeit und laufende Kosten. 1964 kam ein Küchentrakt an das Vereinsheim, womit die Bewirtung zur festen Einrichtung wurde.

Sportlich sind die folgenden Jahrzehnte eine Reihe von Klassenmeisterschaften im Kreis Speyer: Meister der B-Klasse 1968, Meister der B-Klasse 1977, Meister der A-Klasse 1980, Meister der A-Klasse 1986. Vier Titel in achtzehn Jahren, jeder davon in der jeweils erreichten Klasse. Die Abfolge zeigt zugleich, wie langsam sich Aufstiege in diesem Bereich sammeln: zwischen dem ersten B-Klassen-Titel und dem zweiten liegen neun Jahre, in denen der Verein die Klasse offenbar wieder verlassen musste. Auf- und Abstieg gehören in den Kreisklassen zum Normalfall und nicht zur Krise.

1999 bis 2005: Landesliga, Verbandsliga und der Meistertitel

Ende der neunziger Jahre begann der steilste Abschnitt der Chronik. 1999 stieg der Verein in die Landesliga Ost auf, 2001 folgte der Aufstieg in die Verbandsliga Südwest. Zwei Aufstiege innerhalb von zwei Jahren bedeuten einen Sprung über eine ganze Spielklasse hinaus, und sie verlangen von einem Ortsverein alles gleichzeitig: einen Kader, der die höhere Klasse hält, Schiedsrichter, Jugendarbeit und eine Anlage, die den Anforderungen des Verbandes genügt.

Dass die zweite Mannschaft parallel die Kreisklasse Speyer 2002 und die Kreisliga Speyer 2003 gewann, ist in diesem Zusammenhang die eigentlich schwierige Zeile. Ein Verein, dessen erste Mannschaft nach oben durchbricht, verliert normalerweise die Substanz darunter, weil die besten Spieler nach oben gezogen werden. Hier stiegen beide Mannschaften in kurzer Folge auf.

2004 wurde der TuS Mechtersheim Meister der Verbandsliga Südwest. Die Verbandsliga Südwest ist die höchste Spielklasse des Südwestdeutschen Fußballverbandes, und ihr Meister spielt um den Aufstieg in die Oberliga. Für einen Verein aus einem Ortsteil mit wenigen tausend Einwohnern ist das die bemerkenswerteste Zeile der gesamten Geschichte des TuS Mechtersheim.

2005 wurden zusätzliche Umkleidekabinen angebaut. In einer Vereinschronik bedeutet dieser Satz fast immer, dass mehr Mannschaften unterzubringen waren, und er steht damit nicht zufällig direkt hinter den Aufstiegsjahren.

2014 bis 2026: zwei weitere Meisterschaften

Die Aufzählung der Vereinsunterlagen wird an dieser Stelle dünn, aber sie hört nicht auf. Für 2014 ist ein Titel im Kreis-Futsal verzeichnet, im Kreis Rhein-Mittelhaardt, und für die Jahre 2014 bis 2016 eine Teilnahme am Halbfinale des Verbandspokals; das genaue Jahr dieser Pokalrunde ist nicht belegt.

2016 wurde der TuS Mechtersheim zum zweiten Mal Meister der Verbandsliga Südwest und kehrte damit in die Oberliga Rheinland-Pfalz Saar zurück. Dass ein zweiter Titel in derselben Klasse überhaupt möglich war, sagt für sich genommen schon, dass der Verein die Oberliga zwischenzeitlich wieder verlassen hatte: Auf- und Abstieg wechseln sich an dieser Schwelle für einen Ortsverein regelmäßig ab, und die Chronik verzeichnet die Titel, nicht die Rückschläge.

2021 gewann die Mannschaft im Verbandspokal 2:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Das ist das Ergebnis, das in Mechtersheim am häufigsten erzählt wird, und der einzige Eintrag dieser Reihe, der kein Titel ist.

2026 folgte der dritte Meistertitel in der Verbandsliga Südwest und mit ihm der Aufstieg in die Oberliga, in der der Verein seit der Saison 2026/27 spielt. Damit stehen für den TuS Mechtersheim 1914 drei Meisterschaften in der höchsten Klasse seines Landesverbandes: 2004, 2016 und 2026, und die Chronik des TuS Mechtersheim 1914 endet nicht mehr an ihrer sportlich stärksten Stelle.

Die Klassen, in denen der TuS Mechtersheim 1914 gespielt hat

Die Chronik nennt sieben verschiedene Spielklassen, und ihre Namen sagen einem heutigen Leser wenig, weil sich die Bezeichnungen mehrfach geändert haben. Von unten nach oben gelesen ergibt die Reihe der Titel aber eine klare Linie.

Für den TuS Mechtersheim 1914 lässt sich die Aufstiegslinie damit an vier Ebenen ablesen. Der Kreis Speyer ist die örtliche Organisationseinheit des Verbandes. Innerhalb eines Kreises wurde früher in B-Klasse und A-Klasse gespielt, wobei die A-Klasse die höhere war; die Kreisklasse und die Kreisliga der zweitausender Jahre sind die späteren Bezeichnungen derselben Ebenen. Wer dort Meister wird, ist Meister in seinem Kreis, nicht in der Region.

Über den Kreisklassen beginnt der überörtliche Bereich. Die Landesliga, in die der Verein 1999 aufstieg, fasst mehrere Kreise zusammen, und über ihr steht die Verbandsliga Südwest als höchste Spielklasse des Südwestdeutschen Fußballverbandes. Deren Meister spielt um den Aufstieg in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, die als überverbandliche Klasse die Vereine aus mehreren Landesverbänden zusammenführt. Die beiden oberen Stationen dieser Leiter sind auf eigenen Seiten beschrieben, zur Verbandsliga Südwest und zur Oberliga Rheinland-Pfalz Saar.

Zwischen dem Kreismeistertitel von 1923 und dem ersten Verbandsligameistertitel von 2004 liegen damit vier Organisationsebenen und einundachtzig Jahre; die beiden späteren Titel von 2016 und 2026 fielen in dieselbe Klasse.

Was die Chronik offenlässt

Eine Vereinschronik verzeichnet Gründungen, Titel und Bauten, und sie schweigt über fast alles andere. Die 1946 gegründete Damen-Handball-Mannschaft erscheint mit ihrem Gründungsdatum und danach nicht mehr; wann und warum sie endete, steht nicht darin. Dasselbe gilt für die Leichtathletikabteilung von 1930, die dem Verein seinen Namen mitgegeben hat.

Dasselbe gilt für die Jahre nach 2005. Die Titel und der Pokalsieg sind belegt, die Spielzeiten dazwischen nicht: in welchem Jahr der Verein aus der Oberliga abstieg, wie er sich dort platzierte und welche Umbauten seither dazugekommen sind, führt der Verein selbst fort und steht nicht in den hier dokumentierten Zeilen.

Die Chronik des TuS Mechtersheim 1914

Jahrhundert-Leiste · 1914 bis 2026 · 30 Einträge

März 1914

Gründung im Gasthaus zum Stern unter dem Namen Viktoria

Der Verein hieß damals: Viktoria

Die Einträge stehen in der Liste darunter.

  1. März 1914Gründung im Gasthaus zum Stern unter dem Namen Viktoria
  2. 1. August 1914Mobilmachung, Unterbrechung der Vereinsaktivitäten
  3. 14. November 1919Wiedergründung als Sportverein Mechtersheim
  4. März 1920Lingenfelder Wiesen als Sportgelände gepachtet
  5. 1923Kreismeister des Kreises Speyer
  6. März 1924Neues Spielfeld in den Kieslöchern fertiggestellt
  7. 1925Kreismeister des Kreises Speyer
  8. 1930Erste Mannschaft und beide Jugendmannschaften Meister ihrer Klassen
  9. 1930Leichtathletikabteilung, Umbenennung in Turn- und Sportverein 1914 e.V. Mechtersheim
  10. 1931Fertigstellung des Vereinsheimes
  11. 15. Februar 1946Wiedergründung als ASV Mechtersheim
  12. 21. Oktober 1946Gründung einer Damen-Handball-Mannschaft
  13. 11. März 1950Rückkehr zum Namen Turn- und Sportverein 1914 e.V. Mechtersheim
  14. 1960Kreispokalsieger
  15. 1962Neubau eines Rasenplatzes
  16. 1964Anbau eines Küchentraktes an das Vereinsheim
  17. 1968Meister der B-Klasse Speyer
  18. 1977Meister der B-Klasse Speyer
  19. 1980Meister der A-Klasse Speyer
  20. 1986Meister der A-Klasse Speyer
  21. 1999Aufstieg in die Landesliga Ost
  22. 2001Aufstieg in die Verbandsliga Südwest
  23. 2002Meister der Kreisklasse Speyer (zweite Mannschaft)
  24. 2003Meister der Kreisliga Speyer (zweite Mannschaft)
  25. 2004Meister der Verbandsliga Südwest
  26. 2005Anbau zusätzlicher Umkleidekabinen
  27. 2014Kreis-Futsal-Meister im Kreis Rhein-Mittelhaardt
  28. 2016Meister der Verbandsliga Südwest, Rückkehr in die Oberliga
  29. 20212:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern im Verbandspokal
  30. 2026Meister der Verbandsliga Südwest, Aufstieg in die Oberliga

Häufige Fragen zur Geschichte des TuS Mechtersheim

Wann wurde der TuS Mechtersheim gegründet?

Im März 1914, im Gasthaus zum Stern in Mechtersheim. Das Gründungsjahr steht im Vereinsnamen. Weil der Spielbetrieb schon im August 1914 unterbrochen wurde, beginnt die durchgehende Vereinsgeschichte allerdings erst mit der Wiedergründung am 14. November 1919.

Warum hieß der Verein zuerst Viktoria?

Viktoria war um 1914 ein verbreiteter Name für neue deutsche Sportvereine. In Mechtersheim hielt er nur wenige Monate: nach der Wiedergründung 1919 trat der Verein als Sportverein Mechtersheim auf, ab 1930 als Turn- und Sportverein.

Wie oft wurde der Verein neu gegründet?

Zweimal. Am 14. November 1919 nach dem Ersten Weltkrieg und am 15. Februar 1946 nach dem Zweiten, damals zunächst als ASV Mechtersheim. Den heutigen Namen führt der Verein seit dem 11. März 1950.

Wann stieg der TuS in die Verbandsliga Südwest auf?

2001, nach dem Aufstieg in die Landesliga Ost zwei Jahre zuvor. 2004 wurde die Mannschaft Meister der Verbandsliga Südwest.

Leerer verglaster Schaukasten an der Außenwand eines Dorfhauses, Holzrahmen, ausgeblichener Filz
Ein Schaukasten, wie ihn jedes Dorf hat.

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