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Kinder und Familie beim TuS Mechtersheim: Mutter-Kind-Turnen
Zwei der sechs dokumentierten Breitensportgruppen richten sich an Kinder: das Mutter-Kind-Turnen für die Kleinsten und eine Gruppe für Kinder von vier bis zehn Jahren. Zusammen decken sie die Jahre vor dem Eintritt in den Fußball ab.
Mutter-Kind-Turnen
Das Mutter-Kind-Turnen ist Bewegung für Kleinkinder in Begleitung eines Elternteils. In den Vereinsunterlagen ist als Beispiel eine Übung am Schwungtuch beschrieben: ein großes, rundes Tuch, das von allen Beteiligten gemeinsam gehalten und in Bewegung gebracht wird.
Die Beschreibung nennt drei Wirkungen, und sie sind für diese Altersgruppe treffend gewählt: Teamgeist, weil alle im Wortsinn an einem Strang ziehen, Aufmerksamkeit, weil die Bewegung des Tuchs von allen zugleich abhängt, und Bewegungsabläufe, weil Heben, Senken und Laufen unter dem Tuch koordiniert werden müssen.
Pädagogisch ist an dieser Stufe entscheidend, dass nichts geleistet werden muss. Es gibt keine Übung, die gelingen oder scheitern kann, und keine Trennung von Eltern und Kind. Für viele Familien ist eine solche Gruppe der erste Kontakt mit einem Sportverein überhaupt.
Kinderturnen von 4 bis 10
Die zweite Gruppe umfasst eine große Altersspanne, vom Vorschulalter bis in die Grundschulzeit. In Ortsvereinen ist diese Breite normal, weil die Teilnehmerzahl pro Jahrgang keine engere Aufteilung zulässt.
Inhaltlich geht es in dieser Stufe um motorische Grundlagen: Laufen, Springen, Klettern, Werfen, Rollen, Balancieren. Geräteturnen an Kasten, Bank, Matte und Reck kommt hinzu, weniger als Disziplin denn als Bewegungslandschaft, die durchlaufen wird.
Der Übergang in den Sportbetrieb ist an dieser Stelle offen. Manche Kinder bleiben im Turnen, andere wechseln in den Fußball, der in Römerberg über die Jugendspielgemeinschaft der drei Ortsteile organisiert ist.
Warum früher Vereinssport zählt
Für den Verein ist der Kinderbereich die Investition mit der längsten Laufzeit und dem geringsten unmittelbaren Nutzen. Eine Kleinkindgruppe gewinnt keine Spiele, füllt keine Zuschauerränge und bringt kaum Beiträge ein, weil Familienbeiträge niedrig gehalten werden.
Was sie bringt, zeigt sich zehn bis fünfzehn Jahre später. Kinder, die im Verein aufwachsen, sind die Spieler, Übungsleiter und Betreuer des nächsten Jahrzehnts, und ihre Eltern sind die Ehrenamtlichen des laufenden. In den Unterlagen des Vereins sind für den Jugendbereich mehr als 2500 ehrenamtliche Trainer- und Betreuerstunden pro Jahr belegt, und ein erheblicher Teil dieser Stunden wird von Eltern geleistet, die über ihre Kinder in den Verein gekommen sind.
Deshalb pflegen Vereine diese Gruppen auch dann, wenn sie sich rechnerisch nicht tragen. Sie sind der Anfang der Kette, an deren Ende die erste Mannschaft steht.
Kurze Wege als eigentlicher Vorteil
Was ein Dorfverein Familien bietet, ist selten ein besseres Programm als in der Stadt. Es ist die Entfernung.
Eine Turnhalle im Ort bedeutet, dass ein Kind zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Sport kommt, dass ein Elternteil nicht zweimal pro Woche zwanzig Minuten fährt und dass die Gruppe aus denselben Kindern besteht, die in der Kita oder der Grundschule nebeneinandersitzen. In einem Ortsteil mit wenigen tausend Einwohnern ist ein Vereinsangebot deshalb faktisch das Angebot, und nicht eines unter vielen.
Der Nachteil derselben Struktur ist die Abhängigkeit von einzelnen Personen. Fällt eine Übungsleitung aus, gibt es keine zweite Gruppe zur gleichen Zeit, in die gewechselt werden kann. Eine Gruppe, die ihre Leitung verliert, verschwindet mitunter für Jahre, und mit ihr ein kompletter Jahrgang, der sonst im Verein geblieben wäre.
Das ist der Grund, warum Vereine bei Kindergruppen so nachdrücklich um Ehrenamtliche werben. Es geht nicht um Entlastung, sondern um den Fortbestand des Angebots.
Der Kinderbereich war in der dokumentierten Zeit deutlich feiner gegliedert als die beiden Gruppen vermuten lassen. Belegt sind sechs getrennte Einheiten, sortiert nach Geschlecht und Schulstufe: ein Jungenturnen ab vier Jahren und ein zweites ab der ersten Klasse, dazu Mädchengruppen für vier- bis sechsjährige, für die erste und zweite, für die dritte und vierte sowie für die fünfte Klasse und älter. Eine solche Aufteilung setzt genügend Kinder und genügend Übungsleitung voraus.
Häufige Fragen zum Kinderturnen
Ab welchem Alter können Kinder mitmachen?
Belegt ist ein Mutter-Kind-Turnen für Kleinkinder in Begleitung sowie eine Gruppe für Kinder von vier bis zehn Jahren.
Muss ein Elternteil dabei sein?
Beim Mutter-Kind-Turnen ist die Begleitung Teil des Konzepts. Die Gruppe für Kinder ab vier Jahren findet ohne Eltern statt.
Was wird beim Kinderturnen gemacht?
Motorische Grundlagen wie Laufen, Springen, Klettern, Balancieren und Werfen, dazu Übungen an Turngeräten und Bewegungsspiele.
Wie geht es nach dem Kinderturnen weiter?
Entweder in den weiteren Turnbetrieb der Abteilung oder in den Jugendfußball, der in Römerberg als Spielgemeinschaft der drei Ortsteile organisiert ist.